RATGEBER · ANFRAGEWERT

Was eine Kundenanfrage für Ihren Betrieb wirklich wert ist — 16 Gewerke im Vergleich

Rohertrag je Auftrag in 16 Handwerks-Gewerken: 400 € bis 9.000 €. Bei 50–180 € je Anfrage. Alle Zahlen mit Quelle, Herleitung und offener Methodik.

Frank Ewerle mit verschränkten Armen in einer ProduktionshalleFrank EwerleGeschäftsführer der Ewerle GmbH, Betriebswirt BA

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Inhalt dieses Beitrags

Über 16 untersuchte Handwerks-Gewerke liegt der typische Rohertrag je gewonnenem Auftrag zwischen 400 € (Markise) und 9.000 € (Poolbau). Bei Kosten von 50 bis 180 € für eine exklusive, vorqualifizierte Kundenanfrage entspricht das je Anfrage dem 6- bis 75-fachen der Anfragekosten. Rechnet man realistisch mit vier bis sechs Anfragen je gewonnenem Auftrag, bleibt immer noch das 2- bis 15-fache.

Diese Seite legt alle Zahlen offen: Auftragswert, Rohertragsspanne, Anfragekosten und Herleitung — je Gewerk mit Quelle. Datenstand: 09/2026.

Warum diese Rechnung im Handwerk selten gemacht wird

Fast jeder Betriebsinhaber weiß, was ein Bad ungefähr kostet. Deutlich weniger wissen aus dem Kopf, was an diesem Bad hängen bleibt — und noch weniger haben eine Zahl dafür, was eine Kundenanfrage kosten darf, damit sie sich rechnet.

Das ist der Grund, warum viele Betriebe Marketingausgaben nach Bauchgefühl beurteilen: „80 € für eine Anfrage — das ist viel.“ Ob es viel ist, hängt aber nicht vom Betrag ab, sondern vom Verhältnis zum Rohertrag des Auftrags dahinter. Bei einer Markise ist 80 € tatsächlich sportlich. Bei einer Wärmepumpe ist es Kleingeld.

Diese Übersicht liefert das fehlende Verhältnis.

Die Zahlen: 16 Gewerke

Ø-Auftragswert: typischer Endkundenpreis in Deutschland, Stand 2025/2026, konservativ gerundet und eher an der unteren Marktspanne orientiert.
Rohertrag je Auftrag: was nach Material und Fremdleistungen im Betrieb bleibt — bewusst konservativ abgeleitet, siehe Methodenkasten.
Anfragekosten: was eine exklusive, vorqualifizierte Anfrage im jeweiligen Gewerk typischerweise kostet.

Datenstand: 09/2026

GewerkØ-AuftragswertRohertrag je AuftragAnfragekostenVerhältnis je AnfrageQuellen zum Auftragswert
PV-Anlage (10 kWp + 10 kWh Speicher)13.000–23.000 €3.000–5.000 €90–140 €25- bis 50-fach42watt, solaranlagen-portal
Badsanierung (komplett)12.000–25.000 €2.500–5.000 €90–140 €20- bis 50-fachbadklar, Commerzbank, MyHammer Preisradar
Wärmepumpe (Luft-Wasser, inkl. Einbau)27.000–40.000 €3.500–7.000 €100–150 €25- bis 65-fachthermondo, Vattenfall
Klimaanlage (Split)2.500–7.000 €600–1.800 €50–80 €8- bis 35-fachADAC, 1KOMMA5°
Fensteraustausch (EFH komplett)8.000–15.000 €1.600–3.500 €60–90 €20- bis 50-fachenergieheld, Aroundhome, 42watt
Terrassendach (Alu/Glas, ~16 m²)6.000–14.000 €1.500–3.500 €70–110 €15- bis 45-fachAroundhome, gartenbau-kosten
Lamellendach-Pergola12.000–25.000 €2.500–5.500 €100–150 €15- bis 50-fachjimmyatwork, durchdacht, pergola-ratgeber
Markise (Kassette, motorisiert)1.500–4.500 €400–1.200 €50–70 €6- bis 20-fachfensterbau.org, MyHammer Preisradar
Küche10.000–20.000 €2.000–4.500 €90–130 €15- bis 45-fachmoebelnavi nach AMK, Aroundhome
Neue Böden2.500–7.000 €800–2.000 €50–80 €10- bis 40-fachAuftragsGlück, sanier.de
Haustür (inkl. Einbau)2.000–6.000 €500–1.500 €50–80 €6- bis 25-fachAroundhome, energieheld
Barrierefreies Bad8.000–18.000 €1.800–3.500 €80–120 €15- bis 40-fachpflege.de, Aroundhome
Umbau & Sanierung25.000–60.000 €4.000–8.000 €100–160 €25- bis 75-fachrenewa, CHECK24, haspa-insider
Poolbau (eingelassen)20.000–60.000 €3.500–9.000 €120–180 €20- bis 70-fachgartenbau.org, MyHammer Preisradar
Brandschutztüren (gewerbliches Projekt)5.000–15.000 €1.200–3.500 €90–140 €10- bis 35-fachMyHammer Preisradar, CWS
Wartungsvertrag (wiederkehrend)90–400 € pro Jahr100–300 € pro Jahr50–60 €2- bis 5-fach — Jahr für Jahrrieth.team, energie-experten, MyHammer Preisradar

Typische Marktwerte. Je nach Region, Betriebsgröße und Kalkulation unterschiedlich — keine Zusicherung.

So haben wir gerechnet

Dieser Abschnitt ist der wichtigste der Seite. Wer Zahlen veröffentlicht, ohne ihre Herkunft offenzulegen, veröffentlicht Werbung.

Auftragswert. Je Gewerk aus öffentlichen Preisportalen, Verbandsangaben und Fachartikeln für Privatkunden in Deutschland, Stand 2025/2026. Wo Quellen auseinandergingen, haben wir die untere Spanne genommen.

Rohertrag. Der buchhalterische Rohertrag im Handwerk — Umsatz minus Material und Fremdleistungen — liegt je nach Gewerk bei 25 bis 45 % (handwerk.com BWA-Kennzahlen, Deckungsbeitragsrechnung im Handwerk, Streit Software, Kennzahlen im Handwerk, J. Roos, Betriebsvergleich Meistertipp).

Für diese Übersicht haben wir deutlich darunter kalibriert: auf etwa 13 bis 30 % des Auftragswerts, materialintensive Gewerke am unteren Rand, arbeitsintensive am oberen. Der Grund: Der buchhalterische Rohertrag muss noch die anteiligen Lohnkosten der Montage tragen. Die hier genannten Werte sollen auch danach noch stehen.

Anfragekosten. Feste Werte im Korridor 50 bis 180 €, höherpreisige Gewerke am oberen Ende. Sie entsprechen der Größenordnung, in der sich exklusive, vorqualifizierte Anfragen im deutschen Markt bewegen.

Verhältniszahl. Unterer Rohertrag geteilt durch obere Anfragekosten bis oberer Rohertrag geteilt durch untere Anfragekosten, anschließend gerundet.

Was wir nicht getan haben. Wir haben keinen Lebenszeitwert („der Kunde kommt ja wieder“) und keinen Empfehlungsfaktor angesetzt. Beides ist plausibel und beides ist nicht belegbar.

Der wichtigste Vorbehalt: Eine Anfrage ist kein Auftrag

Die Verhältniszahl in der Tabelle bezieht sich auf eine Anfrage. Kein Betrieb gewinnt aus jeder Anfrage einen Auftrag — und wer etwas anderes behauptet, verkauft Ihnen etwas.

Die realistische Rechnung geht so:

Beispiel Badsanierung. Rohertrag je gewonnenem Auftrag: 2.500–5.000 €. Anfragekosten: 90–140 €. Von fünf exklusiven, vorqualifizierten Anfragen wird eine zum Auftrag. Dann kostet der gewonnene Auftrag 450 bis 700 € an Anfragekosten — und bringt 2.500 bis 5.000 € Rohertrag. Das ist immer noch das 4- bis 11-fache.

Die Abschlussquote ist damit die einzige Stellschraube, die wirklich zählt. Und sie hängt weniger vom Betrieb ab als von der Beschaffenheit der Anfrage:

  • Exklusiv oder mehrfach verkauft? Wer als einer von fünf Betrieben dieselbe Anfrage bearbeitet, konkurriert um einen Kunden, der bereits vier andere Angebote einholt. Erfahrungsberichte aus Leadportalen nennen Abschlussquoten von unter 5 %. Bei einer Quote von 4 % kostet derselbe Badsanierungs-Auftrag rechnerisch das Sechsfache an Anfragekosten.
  • Vorqualifiziert oder ungeprüft? Eine Anfrage mit Vorhaben, Zeitrahmen und ungefährem Budget ist eine andere Ausgangslage als eine E-Mail-Adresse.
  • Wie schnell reagieren Sie? Die Reaktionszeit ist im Handwerk der am stärksten unterschätzte Faktor der Abschlussquote — und der einzige, der Sie nichts kostet.

Wie sich die Modelle im Detail unterscheiden, haben wir getrennt aufgeschlüsselt: was Leadportale wie MyHammer und Aroundhome kosten.

Warum Wartungsverträge anders zu rechnen sind

Der Wartungsvertrag steht in der Tabelle mit dem niedrigsten Verhältnis — 2- bis 5-fach — und ist trotzdem für viele SHK- und Klimabetriebe der wertvollste Posten überhaupt. Der Grund: Er ist der einzige, dessen Rohertrag jedes Jahr erneut anfällt.

Ein Wartungsvertrag mit 100 bis 300 € Rohertrag im Jahr, der acht Jahre läuft, bringt 800 bis 2.400 € — bei einmaligen Anfragekosten von 50 bis 60 €. Dazu kommt, was sich nicht seriös beziffern lässt: Der Wartungskunde ist der erste Ansprechpartner, wenn die Anlage ausfällt, und er ist derjenige, der die Ersatzinvestition bei Ihnen beauftragt und nicht beim Nächstbesten.

Wir rechnen hier bewusst als Jahreswert und nicht als Lebenszeitwert. Ein Lebenszeitwert wäre eine schönere Zahl und eine schlechtere Aussage.

Was diese Zahlen für Ihre Marketingentscheidung bedeuten

Drei praktische Folgerungen:

1. Die Frage „Ist 90 € pro Anfrage teuer?“ ist die falsche Frage. Richtig ist: Wie hoch ist mein Rohertrag je Auftrag, und wie viele Anfragen brauche ich für einen Auftrag? Erst das Produkt aus beidem entscheidet.

2. Gewerke mit kleinem Auftragswert brauchen ein anderes Modell. Bei Markise, Haustür oder kleinen Bodenaufträgen ist die Spanne so eng, dass bezahlte Einzelanfragen schnell unwirtschaftlich werden. Hier lohnt sich eher, Anfragen über Sichtbarkeit und Bestandskunden zu erzeugen — oder das Angebot zu bündeln.

3. Der teuerste Fehler ist nicht die teure Anfrage, sondern die liegengebliebene. Bei einem Rohertrag von 3.500 € je Wärmepumpen-Auftrag kostet jede unbearbeitete Anfrage den Gegenwert von rund 25 gekauften Anfragen. Kapazität schlägt Akquise — was uns zu der Frage bringt, was eine unbesetzte Monteurstelle kostet.

Die Grenzen dieses Modells

Damit klar ist, was diese Zahlen nicht sind:

  • Keine Garantie und keine Prognose. Es sind typische Marktwerte, keine Zusagen für einen konkreten Betrieb.
  • Regionale Streuung ist erheblich. Auftragswerte in Ballungsräumen liegen deutlich über denen in strukturschwachen Regionen; die Kalkulation je Betrieb ebenso.
  • Der Rohertrag ist nicht der Gewinn. Aus ihm sind Gemeinkosten, Verwaltung, Fahrzeuge und Ihr eigenes Unternehmerlohn noch zu bestreiten. Wir nennen ihn deshalb konsequent Rohertrag und nicht Gewinn.
  • Die Auftragswerte stammen aus Endkundenquellen, nicht aus einer Betriebsdatenerhebung. Eine repräsentative Erhebung des Rohertrags je Auftrag über alle Gewerke existiert unseres Wissens öffentlich nicht — deshalb die offengelegte Ableitung.
  • Stand 09/2026. Materialpreise und Fördersituationen ändern sich; wir prüfen die Quellen jährlich.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Rohertrag im Handwerk?
Rohertrag = Umsatz minus Material und Fremdleistungen. Im Handwerk liegt er je nach Gewerk typischerweise bei 25 bis 45 % des Auftragswerts, materialintensive Gewerke am unteren, arbeitsintensive am oberen Rand. Er ist nicht der Gewinn: Löhne, Gemeinkosten und Unternehmerlohn sind daraus noch zu bezahlen. Für diese Übersicht haben wir bewusst mit 13 bis 30 % gerechnet, also unterhalb der buchhalterischen Spanne.
Was kostet eine exklusive, vorqualifizierte Kundenanfrage im Handwerk?
Je nach Gewerk 50 bis 180 €. Der Preis richtet sich nach dem Auftragswert dahinter: Eine Markisen-Anfrage liegt bei 50 bis 70 €, eine Wärmepumpen-Anfrage bei 100 bis 150 €, eine Anfrage für ein Sanierungsprojekt bei 100 bis 160 €. Mehrfach verkaufte Portal-Anfragen liegen darunter, kosten aber pro gewonnenem Auftrag oft mehr, weil die Abschlussquote deutlich niedriger ist.
Wie viele Anfragen braucht ein Betrieb für einen Auftrag?
Bei exklusiven, vorqualifizierten Anfragen sind vier bis sechs je Auftrag ein realistischer Erfahrungswert. Bei mehrfach verkauften Portal-Anfragen berichten Betriebe von Quoten unter 5 %, also 20 und mehr Anfragen je Auftrag. Die Quote hängt zusätzlich stark von der Reaktionszeit ab — wer innerhalb eines Tages zurückruft, schließt deutlich häufiger ab als wer eine Woche braucht.
Wie viel Rohertrag macht ein Handwerksbetrieb typischerweise an einer Badsanierung?
Bei einem typischen Auftragswert von 12.000 bis 25.000 € für eine Komplettsanierung liegt der Rohertrag konservativ gerechnet bei 2.500 bis 5.000 €, also rund 20 % des Auftragswerts. Nach Abzug der anteiligen Montagelöhne bleibt weniger; nach oben ist bei hochwertigen Ausstattungen und guter Einkaufskondition mehr möglich.
Lohnt sich bezahlte Leadgenerierung für mein Gewerk?
Als Faustregel: Ja, wenn der Rohertrag je Auftrag mindestens das Zehnfache der Anfragekosten je gewonnenem Auftrag beträgt — also der Anfragekosten mal der Anzahl Anfragen, die Sie für einen Auftrag brauchen. Bei Wärmepumpe, Sanierung, PV, Bad und Pool ist das mit deutlichem Abstand erfüllt. Bei Markise, Haustür und kleinen Bodenaufträgen wird es eng.
Warum veröffentlichen Sie diese Zahlen, wenn Wettbewerber mitlesen?
Weil die Zahlen aus öffentlichen Quellen abgeleitet sind — jeder könnte sie erheben, es tut nur niemand. Der Wert liegt in der Zusammenstellung und in der offengelegten Methodik, nicht im Geheimnis. Und weil ein Betriebsinhaber, der weiß, was seine Anfrage wert ist, für uns der bessere Gesprächspartner ist als einer, der es nicht weiß.

Wenn Sie die Rechnung für Ihr Gewerk sehen wollen

Wir erstellen Ihnen im kostenfreien Erstgespräch eine Beispielrechnung für Ihr Gewerk und Ihre Region: was eine geprüfte Anfrage bei Ihnen kostet, wie viele Sie für einen Auftrag brauchen und was am Ende hängen bleibt. Unsere Anfragen sind exklusiv und vorqualifiziert — jede geht ausschließlich an Ihren Betrieb.