RATGEBER · KOSTEN

Was kostet Social Recruiting im Handwerk?

Social Recruiting kostet Handwerksbetriebe 1.500–3.000 € im Monat, 800–3.000 € je Einstellung. Alle Kostenmodelle im Vergleich – mit belegten Quellen.

Frank Ewerle mit verschränkten Armen in einer ProduktionshalleFrank EwerleGeschäftsführer der Ewerle GmbH, Betriebswirt BA

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Inhalt dieses Beitrags

Social Recruiting kostet einen Handwerksbetrieb in Deutschland typischerweise 1.500 bis 3.000 € im Monat — Agenturhonorar und Werbebudget zusammen — plus einmalig 1.500 bis 3.000 € für den Aufbau der Kampagne. Je tatsächlicher Einstellung nennen Anbieter Spannen von 800 bis 3.000 €. Zum Vergleich: Eine klassische Personalvermittlung kostet 20 bis 30 % des Bruttojahresgehalts, im Branchenschnitt 27,5 % — bei einem Gesellen mit 45.000 € Jahresgehalt also rund 12.400 € für dieselbe Einstellung.

Diese Zahlen sind der Rahmen. Wichtiger als der Rahmen ist, wie er zustande kommt — und woher die Zahlen stammen, die im Netz kursieren. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Social Recruiting ist kein Produkt mit Preisschild, sondern eine Kombination aus drei Posten. Wer nur einen davon vergleicht, vergleicht falsch.

PostenTypische SpanneWas dahintersteckt
Einmaliges Setup1.000–3.000 €Positionierung als Arbeitgeber, Foto- und Videoproduktion im Betrieb, Karriere-Landingpage, Anzeigentexte, technische Einrichtung
Laufende Betreuung800–3.000 € / MonatKampagnensteuerung, Anzeigen-Optimierung, Bewerbervorqualifizierung, Reporting
Werbebudget500–3.000 € / MonatGeht direkt an Meta, TikTok oder LinkedIn — nicht an die Agentur

Der dritte Posten ist der, bei dem es am häufigsten unsauber zugeht. Das Werbebudget ist kein Agenturhonorar. Es fließt an die Plattform und sollte in jedem Angebot getrennt ausgewiesen sein. Wenn eine Agentur Ihnen einen Gesamtbetrag nennt, ohne das Mediabudget offenzulegen, fragen Sie danach — die Antwort sagt Ihnen mehr über den Anbieter als jede Referenzliste.

Was das Werbebudget kauft, lässt sich grob beziffern: Tausend Sichtkontakte auf Facebook und Instagram kosten in Deutschland je nach Zielgruppe und Jahreszeit rund 4,50 bis 11 € (Superads-Benchmarks Deutschland 2025). Ein regionales Recruiting-Budget von 1.000 € im Monat erzeugt damit, sehr grob gerechnet, in der Größenordnung von 100.000 bis 200.000 Sichtkontakten in Ihrem Umkreis. Ob daraus Bewerbungen werden, entscheidet nicht das Budget, sondern die Botschaft.

Die fünf Wege, eine Stelle zu besetzen — und was sie kosten

Social Recruiting ist nur eine Option. Die ehrliche Einordnung entsteht erst im Vergleich.

WegWas Sie zahlenKosten je EinstellungWann es passt
Stellenanzeige auf JobportalFestpreis je Anzeige: StepStone 219 € (Campus) bis 2.499 € (Pro Ultimate, 60 Tage), Jahresverträge ab 249 €/Monat1.800–4.500 €Berufe mit vielen aktiv Suchenden
Personalvermittlung / Headhunter20–30 % des Bruttojahresgehalts, Branchenschnitt 27,5 %8.000–20.000 € bei FachkräftenEinzelne, sehr schwer besetzbare Schlüsselstellen
Social-Recruiting-Agentur (Abo)Setup 1.000–3.000 €, dann 800–3.000 €/Monat plus Werbebudget800–3.000 € (Anbieterangaben)Mehrere gleichartige gewerbliche Stellen
Festpreis mit EinstellungsgarantieEin vereinbarter Betrag je Stelle, unabhängig vom Gehaltergibt sich aus dem FestpreisWenn Planbarkeit wichtiger ist als der niedrigste Einzelpreis
Eigenes RecruitingArbeitszeit im Betrieb, meist die des Chefs1.000–3.000 € kalkulatorischBetriebe mit eigener Personalabteilung

Quellen: StepStone-Preise 2026 (sprad.io) · BDU-Honorarstudie 2024 zur Personalberatung · Modellvergleich fachkraft-jetzt.de

Der entscheidende Unterschied zwischen den Zeilen liegt nicht im Betrag, sondern in der Bezugsgröße. Bei der Personalvermittlung steigt Ihr Preis mit dem Gehalt der Fachkraft — je besser der Mann, desto teurer die Vermittlung. Bei der Stellenanzeige zahlen Sie für Sichtbarkeit, unabhängig davon, ob sich jemand meldet. Beim Agentur-Abo zahlen Sie für Zeit. Nur beim Festpreis zahlen Sie für ein Ergebnis.

Warum „Kosten pro Bewerbung“ die falsche Kennzahl ist

Die Zahl, mit der im Markt am liebsten geworben wird, ist der Preis je Bewerbung: 15 bis 50 € im Handwerk, sagen mehrere Anbieter. Diese Zahl ist billig zu erzeugen und sagt wenig aus.

Ein Beispiel, das jeder Betriebsinhaber nachrechnen kann: Zwei Kampagnen, beide 2.000 € Gesamtkosten. Kampagne A liefert 100 Kurzbewerbungen ohne Lebenslauf — 20 € je Bewerbung, ein hervorragender Wert auf dem Papier. Davon gehen 15 ans Telefon, 4 kommen zum Termin, 1 wird eingestellt. Kampagne B liefert 20 vollständige Bewerbungen mit Lebenslauf — 100 € je Bewerbung, auf dem Papier fünfmal so teuer. Davon kommen 12 zum Termin, 3 werden eingestellt.

Kampagne A kostet 2.000 € je Einstellung. Kampagne B kostet 667 €. Die scheinbar teurere Kampagne ist um den Faktor drei günstiger. Deshalb ist die einzige Kennzahl, die im Recruiting zählt, die Kosten je Einstellung (Cost per Hire) — und dahinter die Frage, ob die Eingestellten bleiben.

Für Deutschland liegen die kursierenden Cost-per-Hire-Durchschnitte über alle Branchen bei etwa 4.500 bis 5.500 €. Belastbare, unabhängig erhobene Zahlen speziell für das Handwerk existieren nicht — was Sie im Netz finden, sind fast immer Anbieterangaben.

Woher diese Zahlen stammen — und was das für Sie heißt

Diesen Kasten schreiben wir bewusst mitten in den Text, weil er die wichtigste Information des ganzen Beitrags enthält.

Belastbar, weil aus unabhängiger Quelle:

  • Die Provisionssätze der Personalvermittlung (20–30 %, Schnitt 27,5 %) stammen aus der BDU-Honorarstudie, einer Erhebung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen.
  • Die Preise der Jobportale sind öffentliche Listenpreise.
  • Die Vakanzzeit im Handwerk — 224 Tage im Jahr 2024, gegenüber 104 Tagen 2015 — stammt von der Bundesagentur für Arbeit.

Nicht belastbar, weil aus Anbietermund:

  • Die Spannen „15–50 € je Bewerbung“ und „800–3.000 € je Einstellung“ stammen praktisch ausnahmslos von Social-Recruiting-Agenturen selbst. Sie werden von Anbieter zu Anbieter weiterzitiert, bis sie wie Marktforschung aussehen. Sie sind es nicht.

Wir nennen sie hier trotzdem, weil sie den Preisrahmen abbilden, in dem sich Angebote bewegen — aber Sie sollten wissen, worauf Sie schauen. Fragen Sie jeden Anbieter, aus wie vielen eigenen Projekten seine Zahlen stammen. Wer darauf keine Antwort hat, rechnet mit fremden Zahlen.

Unsere eigene Basis, damit Sie dieselbe Frage auch uns stellen können: 265 abgeschlossene Kundenprojekte, aus denen bis heute 6.257 Bewerbungen entstanden sind (Stand 09/2026). Bei laufenden Kampagnen liegen wir im Durchschnitt bei 3,4 qualifizierten Bewerbungsgesprächen pro Woche und Betrieb.

Was den Preis in Ihrem Betrieb nach oben oder unten bewegt

Jedes seriöse Angebot ist eine Einzelfallrechnung. Diese fünf Faktoren bestimmen sie:

  1. Der Beruf. Ein Maler ist leichter zu finden als ein Anlagenmechaniker SHK. Die Vakanzzeiten der Bundesagentur zeigen das deutlich: Über alle Berufe lag sie 2024 bei 160 Tagen, im Handwerk bei 224 Tagen, im SHK-Bereich noch darüber.
  2. Der Radius. In einem Umkreis von 30 Minuten um einen Ballungsraum erreichen Sie ein Vielfaches der Fachkräfte als im ländlichen Raum — bei gleichem Budget.
  3. Der Wettbewerb vor Ort. Wenn drei Betriebe im selben Landkreis dieselbe Fachkraft mit Anzeigen bewerben, steigt der Preis je Kontakt für alle drei.
  4. Ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Das ist der größte Hebel und der einzige, der nichts kostet. Ein Betrieb mit sichtbaren Mitarbeitern, gepflegten Bewertungen und einer klaren Aussage, warum man dort arbeiten sollte, braucht deutlich weniger Werbebudget für dasselbe Ergebnis.
  5. Die Zahl der Stellen. Zwei gleichartige Stellen aus einer Kampagne zu besetzen kostet nicht doppelt so viel wie eine.

Der Vergleichsmaßstab, den fast niemand ansetzt

Die meisten Betriebe vergleichen Recruiting-Angebote miteinander. Der ehrlichere Vergleich ist ein anderer: gegen die Kosten des Nichtstuns.

Die messbaren Kosten einer unbesetzten Stelle liegen laut einer Analyse der StepStone Group im Schnitt bei 29.000 € je Position, im Handwerk bei rund 32.600 €. Rechnet man mit der handwerkstypischen Vakanzzeit von 224 Tagen, hängt an jeder offenen Monteurstelle rund ein halbes Jahr entgangene Kapazität. Wie sich das im eigenen Betrieb konkret rechnet — mit Stundenverrechnungssatz und Rohertrag statt mit Pauschalen —, haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschlüsselt: was eine unbesetzte Stelle Ihren Betrieb tatsächlich kostet.

Vor diesem Hintergrund ist die richtige Frage nicht „Was kostet Social Recruiting?“, sondern: Wie viele Monate schneller ist die Stelle besetzt — und was ist mir dieser Zeitgewinn wert?

Wie wir abrechnen

Wir arbeiten zum Festpreis je Stelle, nicht mit einer Provision auf das Gehalt Ihrer neuen Fachkraft. Das hat einen einfachen Grund: Eine gehaltsabhängige Provision belohnt den Dienstleister dafür, dass Ihre Einstellung teuer wird. Ein Festpreis nicht.

Den Festpreis nennen wir erst nach einer Standort- und Fachkraft-Analyse — nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil ein Elektromeister im Regionalverband Saarbrücken und ein Dachdeckergeselle im ländlichen St. Wendel unterschiedlich viel Aufwand bedeuten. Vor dem Start steht der Preis schriftlich fest, samt schriftlicher Bewerber-, Einstellungs- und Bleibe-Garantie: Kommt im vereinbarten Zeitraum keine Einstellung zustande, arbeiten wir ohne zusätzliche Agenturkosten weiter. Verlässt die eingestellte Fachkraft den Betrieb in der Probezeit, starten wir kostenfrei erneut.

Wir sagen auch offen, wann sich das nicht lohnt: Wer eine einzelne Bürokraft sucht, für die es regional viele aktiv Suchende gibt, fährt mit einer gut gemachten Stellenanzeige günstiger. Social Recruiting rechnet sich dort, wo die Menschen, die Sie brauchen, gerade nicht auf Jobportalen suchen — weil sie in Arbeit sind.

Häufige Fragen

Was kostet Social Recruiting für einen Handwerksbetrieb mit 20 Mitarbeitern?
Für einen Betrieb dieser Größe, der ein bis zwei gewerbliche Stellen besetzen will, liegt die realistische Gesamtinvestition bei 1.500 bis 3.000 € pro Monat inklusive Werbebudget, dazu einmalig 1.000 bis 3.000 € für Aufbau und Medienproduktion. Bei einer typischen Laufzeit von drei Monaten ergibt das eine Größenordnung von 6.000 bis 12.000 € für die Besetzung von ein bis zwei Stellen.
Ist Social Recruiting günstiger als ein Personalvermittler?
In der Regel ja, und der Abstand wächst mit dem Gehalt. Eine Personalvermittlung berechnet 20 bis 30 % des Bruttojahresgehalts, im Branchenschnitt 27,5 % (BDU-Honorarstudie 2024). Bei einem Anlagenmechaniker SHK mit einem Medianentgelt von 3.884 € brutto im Monat — also rund 50.000 € im Jahr — sind das etwa 13.700 € für eine Vermittlung. Social Recruiting bewegt sich für dieselbe Besetzung meist im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich, liefert dafür aber mehrere Kandidaten statt eines.
Warum nennen Agenturen ihre Preise nicht auf der Website?
Weil der Aufwand je Beruf, Region und Ausgangslage stark schwankt — ein pauschaler Preis wäre entweder für die Hälfte der Betriebe zu teuer oder für die andere Hälfte nicht kostendeckend. Seriös ist das trotzdem nur dann, wenn Sie den vollständigen Preis vor dem Start schriftlich bekommen, inklusive Werbebudget und ohne erfolgsabhängige Nachschläge.
Was ist der Unterschied zwischen Kosten pro Bewerbung und Kosten pro Einstellung?
Die Kosten pro Bewerbung sagen, was ein eingehender Kontakt gekostet hat. Die Kosten pro Einstellung sagen, was die tatsächlich besetzte Stelle gekostet hat — inklusive aller Bewerbungen, aus denen nichts wurde. Nur die zweite Zahl ist entscheidungsrelevant. Eine Kampagne mit doppelt so teuren, aber viermal so guten Bewerbungen ist unterm Strich die günstigere.
Zahle ich das Werbebudget zusätzlich zum Agenturhonorar?
In den meisten Modellen ja. Das Werbebudget geht direkt an Meta, TikTok oder LinkedIn und ist kein Honorar. Lassen Sie sich beide Posten getrennt ausweisen. Eine Agentur, die am Werbebudget mitverdient, hat einen Anreiz, es zu erhöhen — das sollten Sie wissen, bevor Sie unterschreiben.
Wie lange muss ich mich binden?
Marktüblich sind Laufzeiten von drei bis sechs Monaten, weil Kampagnen Optimierungszeit brauchen. Achten Sie weniger auf die Laufzeit als darauf, was am Ende der Laufzeit passiert, wenn keine Einstellung zustande kam: Verlängert sich die Rechnung — oder die Leistung?

Quellen

Wenn Sie wissen wollen, was es in Ihrem Fall kostet

In einem kostenfreien Erstgespräch prüfen wir, wie viele wechselbereite Fachkräfte in Ihrem Umkreis erreichbar sind, und sagen Ihnen, was die Besetzung Ihrer Stelle konkret kosten würde — als Festpreis, schriftlich, vor dem Start. Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass Ihre Stelle über einen anderen Weg günstiger zu besetzen ist, sagen wir Ihnen das auch.