RATGEBER · ELEKTRIKER AUFTRÄGE
Elektriker-Aufträge: Wie Elektrobetriebe neue Privat- und Gewerbekunden gewinnen
Inhalt dieses Beitrags
Elektrobetriebe gewinnen die rentabelsten Aufträge dort, wo mehrere Arbeiten zusammenkommen: Zählerschrank, Wallbox, Anschluss von Solaranlage und Wärmepumpe, dazu Prüfungen im Gewerbe, die jedes Jahr wiederkommen. Die Auftragspolster im E-Handwerk werden seit 2025 dünner. Wer jetzt eine eigene, planbare Anfragequelle aufbaut, ist weniger abhängig von Neubau und Bauträgern. Unten stehen die Zahlen, die lohnenden Anfragen und die Wege zu neuen Kunden.
Die Lage im E-Handwerk
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) meldet für 2025 einen Umsatz von 88,2 Milliarden Euro, 0,3 % weniger als im Vorjahr. In der Herbstumfrage 2025 mit 1.562 Betrieben sank der durchschnittliche Auftragsvorlauf von 13,0 auf 12,3 Wochen. Im Frühjahr 2026 fiel der Geschäftsklimaindex auf 65,6 Punkte, laut ZVEH der tiefste Stand einer regulären Erhebung seit über 15 Jahren. 13,7 % der Betriebe hatten nur noch Aufträge für bis zu 14 Tage, weitere 21,3 % für zwei bis vier Wochen.
Gleichzeitig suchen Privatkunden aktiv nach Elektrikern: Für „elektriker finden“ weist der Google-Keyword-Planer rund 480 Suchen im Monat aus. Die Nachfrage ist also da, sie verteilt sich nur anders als in den Jahren mit vollem Neubau.
Wo das Geschäft im E-Handwerk liegt
Laut ZVEH-Herbstumfrage 2025 verteilen sich die Umsätze der Betriebe unter anderem so:
| Bereich | Umsatzanteil Herbst 2025 | Vorwert |
|---|---|---|
| Photovoltaik und Speicher | 6,5 % | 6,8 % |
| E-Mobilität | 3,8 % | 3,5 % |
| Smart Home | 3,6 % | 4,1 % |
| Wärmepumpen | 3,4 % | 3,1 % |
E-Mobilität und Wärmepumpen wachsen, Photovoltaik und Smart Home geben nach. Für die Kundengewinnung heißt das: Es lohnt sich, Anfragen gezielt für die Felder zu erzeugen, die gerade wachsen und die Ihr Betrieb gut kann.
Was typische Aufträge wert sind
| Auftrag | Richtwert |
|---|---|
| Installation einer Wallbox im Einfamilienhaus (ohne Gerät) | 500–3.000 € |
| 11-kW-Wallbox mit Gerät und Installation | rund 1.200–3.500 € |
| Neuer Zählerschrank im Einfamilienhaus, einfacher Tausch | rund 1.500–2.500 € |
| Zählerschrank mit FI-, Überspannungsschutz und Wallbox-Vorbereitung | rund 2.500–4.500 € |
Einzeln sind das mittlere Aufträge. Zusammen werden sie interessant: Wer eine Wallbox will, hat oft einen alten Zählerschrank, und wer eine Solaranlage oder Wärmepumpe plant, braucht beides. Fragen Sie bei jeder Anfrage, was sonst noch geplant ist.
Welche Anfragen sich für Elektriker lohnen
Zählerschrank und Hausanschluss. Der Einstieg in fast jedes größere Projekt im Bestand, weil PV, Wärmepumpe und Wallbox einen normgerechten Zählerplatz brauchen.
Wallbox und Ladeinfrastruktur. Im Einfamilienhaus überschaubar, bei Mehrfamilienhäusern und Firmenparkplätzen deutlich größer. Gewerbekunden mit Fuhrpark sind eine eigene Zielgruppe.
Anschluss von Wärmepumpe und Solaranlage. Heizungsbauer und Solarteure brauchen Elektriker. Eine feste Zusammenarbeit bringt Aufträge, ohne dass Sie sie selbst verkaufen müssen.
Prüfung und Wartung im Gewerbe. Elektrische Anlagen und Geräte in Betrieben müssen regelmäßig geprüft werden. Solche Aufträge kommen jedes Jahr wieder und füllen Lücken im Kalender.
Elektrosanierung im Altbau. Wer ein älteres Haus kauft oder saniert, braucht oft neue Leitungen, Steckdosen und Verteilung. Große Aufträge, die sich gut mit Smart Home verbinden lassen.
So finden Elektrobetriebe neue Kunden
Für die Suche nach „elektriker finden“ oder „elektriker in der Nähe“ zählt Ihr Google-Unternehmensprofil: vollständige Leistungen, Fotos von Ihren Arbeiten und aktuelle Bewertungen. Eine Website mit Leistungsseiten für Wallbox, Zählerschrank und Photovoltaik fängt die genaueren Suchen ab.
Planbar wird es mit Werbung im Umkreis. In Facebook und Instagram erreichen Sie Hausbesitzer, die über ein E-Auto oder eine Solaranlage nachdenken, bevor sie einen Betrieb suchen. Eine Anfragestrecke fragt vorab, was geplant ist, wie alt die Anlage ist und bis wann es fertig sein soll. So können Sie als Elektrobetrieb planbar neue Kunden gewinnen, ohne Anfragen mit Mitbewerbern zu teilen.
Welche Wege es insgesamt gibt und was sie kosten, vergleicht die Übersicht Aufträge für Handwerker. Wenn Sie Photovoltaik selbst verkaufen, lesen Sie auch Photovoltaik-Leads.
Checkliste für eine gute Elektro-Anfrage
- Vorhaben: Wallbox, Zählerschrank, Sanierung, PV-Anschluss, Prüfung
- Gebäudeart und Baujahr, Alter der Elektroinstallation
- Was sonst geplant ist: E-Auto, Solaranlage, Wärmepumpe
- Privat oder Gewerbe, bei Gewerbe Zahl der Stellplätze oder Geräte
- Zeitraum
- Telefonnummer und beste Zeit für den Rückruf
Aufträge brauchen Leute
Die Bauelektrik hat auf Fachkraftniveau die größte Fachkräftelücke in Deutschland. Wer mehr Aufträge will, braucht oft auch mehr Elektriker. Wie Sie sie erreichen, steht im Ratgeber Stellenanzeige Elektriker, mit Muster zum Übernehmen und dem Beispiel Manstein Solution: ein Elektromeister in drei Wochen.
Aufträge in weiteren Gewerken
Alle Wege zu neuen Kunden im Vergleich: Aufträge für Handwerker.
Häufige Fragen
Wie bekommen Elektriker neue Aufträge?
Wie ist die Auftragslage im Elektrohandwerk?
Was kostet die Installation einer Wallbox?
Welche Aufträge lohnen sich für Elektrobetriebe?
Quellen
- ElektroWirtschaft — ZVEH-Branchenkennzahlen 2025: für E-Handwerke ein Jahr der Stagnation (12.05.2026; Umsatz 88,2 Mrd. €, −0,3 %; vorläufige Werte aus der Handwerksberichterstattung)
- Deutsche Handwerks Zeitung — Herbst-Konjunkturumfrage Elektrohandwerk (01.10.2025; ZVEH, 1.562 Betriebe; Auftragsvorlauf 12,3 nach 13,0 Wochen; Umsatzanteile PV und Speicher 6,5 %, E-Mobilität 3,8 %, Smart Home 3,6 %, Wärmepumpen 3,4 %)
- Elektro-Innung Offenbach — ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage 2026 (1.641 Betriebe, Februar 2026; Geschäftsklima 65,6 nach 68,8 Punkten; Auftragsreichweite bis 14 Tage 13,7 %, zwei bis vier Wochen 21,3 %)
- ADAC — Wallbox: Das kosten private Ladestationen plus Installation (Stand 29.06.2026; Installation im Einfamilienhaus 500–3.000 €, 11-kW-Wallbox gesamt rund 1.200–3.500 €)
- Dymbol Elektrotechnik — Was kostet ein neuer Zählerschrank? (11.06.2026; einfacher Tausch 1.500–2.500 €, mit Erweiterungen 2.500–4.500 €)
- Google Ads Keyword-Planer, September 2025 bis August 2026 („elektriker aufträge“ 110, „elektriker finden“ 480 je Monat)
Wenn Ihr Elektrobetrieb planbar neue Kunden braucht
In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir auf Ihre Region und Ihre Leistungen: wo die Nachfrage liegt, was eine exklusive Anfrage kosten würde und ob sich eine Kampagne für Wallbox, Zählerschrank oder Photovoltaik rechnet.


