RATGEBER · ELEKTRIKER AUFTRÄGE

Elektriker-Aufträge: Wie Elektrobetriebe neue Privat- und Gewerbekunden gewinnen

Auftragsvorlauf im E-Handwerk 12,3 Wochen und sinkend. Welche Aufträge sich lohnen, was Wallbox und Zählerschrank bringen und wie Elektrobetriebe planbar neue Kunden finden.

Frank Ewerle mit verschränkten Armen in einer ProduktionshalleFrank EwerleGeschäftsführer der Ewerle GmbH, Betriebswirt BA

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Inhalt dieses Beitrags

Elektrobetriebe gewinnen die rentabelsten Aufträge dort, wo mehrere Arbeiten zusammenkommen: Zählerschrank, Wallbox, Anschluss von Solaranlage und Wärmepumpe, dazu Prüfungen im Gewerbe, die jedes Jahr wiederkommen. Die Auftragspolster im E-Handwerk werden seit 2025 dünner. Wer jetzt eine eigene, planbare Anfragequelle aufbaut, ist weniger abhängig von Neubau und Bauträgern. Unten stehen die Zahlen, die lohnenden Anfragen und die Wege zu neuen Kunden.

Die Lage im E-Handwerk

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) meldet für 2025 einen Umsatz von 88,2 Milliarden Euro, 0,3 % weniger als im Vorjahr. In der Herbstumfrage 2025 mit 1.562 Betrieben sank der durchschnittliche Auftragsvorlauf von 13,0 auf 12,3 Wochen. Im Frühjahr 2026 fiel der Geschäftsklimaindex auf 65,6 Punkte, laut ZVEH der tiefste Stand einer regulären Erhebung seit über 15 Jahren. 13,7 % der Betriebe hatten nur noch Aufträge für bis zu 14 Tage, weitere 21,3 % für zwei bis vier Wochen.

Gleichzeitig suchen Privatkunden aktiv nach Elektrikern: Für „elektriker finden“ weist der Google-Keyword-Planer rund 480 Suchen im Monat aus. Die Nachfrage ist also da, sie verteilt sich nur anders als in den Jahren mit vollem Neubau.

Wo das Geschäft im E-Handwerk liegt

Laut ZVEH-Herbstumfrage 2025 verteilen sich die Umsätze der Betriebe unter anderem so:

BereichUmsatzanteil Herbst 2025Vorwert
Photovoltaik und Speicher6,5 %6,8 %
E-Mobilität3,8 %3,5 %
Smart Home3,6 %4,1 %
Wärmepumpen3,4 %3,1 %

E-Mobilität und Wärmepumpen wachsen, Photovoltaik und Smart Home geben nach. Für die Kundengewinnung heißt das: Es lohnt sich, Anfragen gezielt für die Felder zu erzeugen, die gerade wachsen und die Ihr Betrieb gut kann.

Was typische Aufträge wert sind

AuftragRichtwert
Installation einer Wallbox im Einfamilienhaus (ohne Gerät)500–3.000 €
11-kW-Wallbox mit Gerät und Installationrund 1.200–3.500 €
Neuer Zählerschrank im Einfamilienhaus, einfacher Tauschrund 1.500–2.500 €
Zählerschrank mit FI-, Überspannungsschutz und Wallbox-Vorbereitungrund 2.500–4.500 €

Einzeln sind das mittlere Aufträge. Zusammen werden sie interessant: Wer eine Wallbox will, hat oft einen alten Zählerschrank, und wer eine Solaranlage oder Wärmepumpe plant, braucht beides. Fragen Sie bei jeder Anfrage, was sonst noch geplant ist.

Welche Anfragen sich für Elektriker lohnen

Zählerschrank und Hausanschluss. Der Einstieg in fast jedes größere Projekt im Bestand, weil PV, Wärmepumpe und Wallbox einen normgerechten Zählerplatz brauchen.

Wallbox und Ladeinfrastruktur. Im Einfamilienhaus überschaubar, bei Mehrfamilienhäusern und Firmenparkplätzen deutlich größer. Gewerbekunden mit Fuhrpark sind eine eigene Zielgruppe.

Anschluss von Wärmepumpe und Solaranlage. Heizungsbauer und Solarteure brauchen Elektriker. Eine feste Zusammenarbeit bringt Aufträge, ohne dass Sie sie selbst verkaufen müssen.

Prüfung und Wartung im Gewerbe. Elektrische Anlagen und Geräte in Betrieben müssen regelmäßig geprüft werden. Solche Aufträge kommen jedes Jahr wieder und füllen Lücken im Kalender.

Elektrosanierung im Altbau. Wer ein älteres Haus kauft oder saniert, braucht oft neue Leitungen, Steckdosen und Verteilung. Große Aufträge, die sich gut mit Smart Home verbinden lassen.

So finden Elektrobetriebe neue Kunden

Für die Suche nach „elektriker finden“ oder „elektriker in der Nähe“ zählt Ihr Google-Unternehmensprofil: vollständige Leistungen, Fotos von Ihren Arbeiten und aktuelle Bewertungen. Eine Website mit Leistungsseiten für Wallbox, Zählerschrank und Photovoltaik fängt die genaueren Suchen ab.

Planbar wird es mit Werbung im Umkreis. In Facebook und Instagram erreichen Sie Hausbesitzer, die über ein E-Auto oder eine Solaranlage nachdenken, bevor sie einen Betrieb suchen. Eine Anfragestrecke fragt vorab, was geplant ist, wie alt die Anlage ist und bis wann es fertig sein soll. So können Sie als Elektrobetrieb planbar neue Kunden gewinnen, ohne Anfragen mit Mitbewerbern zu teilen.

Welche Wege es insgesamt gibt und was sie kosten, vergleicht die Übersicht Aufträge für Handwerker. Wenn Sie Photovoltaik selbst verkaufen, lesen Sie auch Photovoltaik-Leads.

Checkliste für eine gute Elektro-Anfrage

  • Vorhaben: Wallbox, Zählerschrank, Sanierung, PV-Anschluss, Prüfung
  • Gebäudeart und Baujahr, Alter der Elektroinstallation
  • Was sonst geplant ist: E-Auto, Solaranlage, Wärmepumpe
  • Privat oder Gewerbe, bei Gewerbe Zahl der Stellplätze oder Geräte
  • Zeitraum
  • Telefonnummer und beste Zeit für den Rückruf

Aufträge brauchen Leute

Die Bauelektrik hat auf Fachkraftniveau die größte Fachkräftelücke in Deutschland. Wer mehr Aufträge will, braucht oft auch mehr Elektriker. Wie Sie sie erreichen, steht im Ratgeber Stellenanzeige Elektriker, mit Muster zum Übernehmen und dem Beispiel Manstein Solution: ein Elektromeister in drei Wochen.

Aufträge in weiteren Gewerken

Alle Wege zu neuen Kunden im Vergleich: Aufträge für Handwerker.

Häufige Fragen

Wie bekommen Elektriker neue Aufträge?
Über ein vollständiges Google-Unternehmensprofil für Suchen wie „elektriker finden“, eine Website mit Leistungsseiten für Wallbox, Zählerschrank und Photovoltaik, Zusammenarbeit mit Heizungsbauern und Solarteuren und Werbung im Umkreis mit vorqualifizierender Anfragestrecke.
Wie ist die Auftragslage im Elektrohandwerk?
Laut ZVEH-Herbstumfrage 2025 sank der durchschnittliche Auftragsvorlauf von 13,0 auf 12,3 Wochen. Im Frühjahr 2026 fiel der Geschäftsklimaindex auf 65,6 Punkte, den tiefsten Stand einer regulären Erhebung seit über 15 Jahren; 13,7 % der Betriebe hatten Aufträge für höchstens 14 Tage.
Was kostet die Installation einer Wallbox?
Laut ADAC kostet die Installation im Einfamilienhaus je nach Aufwand 500 bis 3.000 €. Für eine 11-kW-Wallbox mit Gerät und Installation sollten Kunden grob mit 1.200 bis 3.500 € rechnen.
Welche Aufträge lohnen sich für Elektrobetriebe?
Vor allem Aufträge, in denen mehrere Arbeiten zusammenkommen: neuer Zählerschrank, Wallbox und Anschluss von Solaranlage oder Wärmepumpe. Dazu wiederkehrende Prüfungen im Gewerbe und Elektrosanierungen im Altbau.

Quellen

Wenn Ihr Elektrobetrieb planbar neue Kunden braucht

In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir auf Ihre Region und Ihre Leistungen: wo die Nachfrage liegt, was eine exklusive Anfrage kosten würde und ob sich eine Kampagne für Wallbox, Zählerschrank oder Photovoltaik rechnet.