RATGEBER · STELLENANZEIGE ELEKTRIKER

Stellenanzeige Elektriker: Muster, Vorlage und was Elektriker wirklich lesen wollen

Eine Muster-Stellenanzeige für Elektriker und Elektroniker zum Übernehmen, dazu Gehaltsrahmen, Arbeitsmarktlage 2025 und warum die Anzeige allein heute selten reicht.

Frank Ewerle mit verschränkten Armen in einer ProduktionshalleFrank EwerleGeschäftsführer der Ewerle GmbH, Betriebswirt BA

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Inhalt dieses Beitrags

Eine gute Stellenanzeige für Elektriker sagt in den ersten Zeilen, was die Fachkraft wirklich wissen will: welche Aufträge, in welchem Umkreis, zu welchem Gehalt, mit welchem Fahrzeug und wie schnell man sich bewirbt. Unten finden Sie eine Muster-Stellenanzeige zum Übernehmen. Dazu gehört aber auch die ehrliche Einordnung: In der Bauelektrik blieben 2025 rechnerisch drei von vier offenen Stellen unbesetzt. Die meisten guten Elektriker haben einen Job und lesen keine Stellenbörsen. Die Anzeige ist deshalb Pflicht, doch sie muss zu den Leuten kommen.

Muster-Stellenanzeige Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Die Vorlage ist für einen Handwerksbetrieb mit Kundendienst und Installation geschrieben. Ersetzen Sie alles in eckigen Klammern und streichen Sie, was bei Ihnen nicht zutrifft. Die Anzeige duzt, weil Fachkräfte im Handwerk meist so angesprochen werden; wenn das nicht zu Ihrem Betrieb passt, stellen Sie auf „Sie“ um.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) in [Ort] – Vollzeit

Du bist Elektriker und willst abends zu Hause sein statt auf der nächsten Großbaustelle? Bei [Firmenname] in [Ort] arbeitest du in einem Team aus [Anzahl] Kollegen an Aufträgen im Umkreis von [Kilometer] km, für Privatkunden, Gewerbe und Handwerkskollegen.

Das machst du bei uns

  • Elektroinstallationen in Neubau und Bestand, vom Zählerplatz bis zur Unterverteilung
  • [Photovoltaik, Wallboxen und Wärmepumpen anschließen]
  • Prüfungen nach DIN VDE und DGUV Vorschrift 3
  • Kundendienst und Fehlersuche, gern mit eigenem Kundenstamm

Das bekommst du

  • [X] bis [Y] € brutto im Monat, je nach Erfahrung
  • [Firmenwagen, auch privat nutzbar]
  • Arbeitszeit [Montag bis Freitag, 7 bis 16 Uhr]; Überstunden werden [bezahlt / ausgeglichen]
  • Neue Werkzeuge und Messtechnik, die funktionieren
  • Weiterbildung, zum Beispiel [Meister, E-Mobilität, Gebäudeautomation]
  • [Bereitschaftsdienst: nein / ja, im Wechsel und mit Zuschlag]

Das bringst du mit

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker/in oder Elektroinstallateur/in
  • Führerschein Klasse B
  • Freude am Kontakt mit Kunden

So bewirbst du dich
Kein Anschreiben nötig. Ruf [Name] an unter [Telefon], schreib eine WhatsApp an [Nummer] oder bewirb dich in zwei Minuten über [Link].

Was Elektriker in einer Stellenanzeige zuerst lesen

Eine Fachkraft, die gerade einen Job hat, liest eine Anzeige in Sekunden und sucht nach fünf Punkten. Fehlt einer davon, scrollt sie weiter.

1. Das Gehalt als Zahl. „Attraktive Vergütung“ überliest jeder. Ein Rahmen in Euro zeigt, dass Sie es ernst meinen. Zur Orientierung: Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik ein mittleres Bruttoentgelt von 3.935 € im Monat bei Vollzeit. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 3.335 € und 4.738 €, im Saarland liegt der Median bei 3.968 €. Liegt Ihr Angebot unter diesen Werten, gleichen Sie das mit anderen Punkten aus, und sagen Sie das offen.

2. Die Art der Arbeit und der Umkreis. Kundendienst, Neubau, Industrie oder Großbaustelle sind für Elektriker verschiedene Welten. Schreiben Sie, woran jemand konkret arbeitet und ob Montage mit Übernachtung dazugehört.

3. Arbeitszeit und Bereitschaft. Feste Anfangszeiten, ein früher Feierabend am Freitag, die Regel für Überstunden und ob es Bereitschaftsdienst gibt. Genau diese Punkte entscheiden oft über einen Wechsel.

4. Fahrzeug, Werkzeug, Messtechnik. Ein eigener Wagen, gut ausgestattete Fahrzeuge und aktuelle Messgeräte sind für Elektriker kein Nebenthema, sondern Alltag.

5. Ein kurzer Bewerbungsweg. Anschreiben und Lebenslauf per Post schrecken ab. Telefon, WhatsApp oder ein Formular, das in zwei Minuten vom Handy aus erledigt ist, senken die Hürde, gerade für Fachkräfte, die nicht aktiv suchen.

Dazu kommt, was keine Vorlage leisten kann: echte Gesichter. Ein Foto des Teams oder ein kurzes Video, in dem ein Kollege erzählt, wie der Tag im Betrieb aussieht, überzeugt mehr als jede Aufzählung.

Die Lage 2025: Warum auf Elektriker-Anzeigen kaum jemand reagiert

Die Bauelektrik ist auf Fachkraftniveau der Beruf mit der größten Fachkräftelücke in Deutschland. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft zählte für 2025 auf Fachkraftniveau im Jahresdurchschnitt 21.510 offene Stellen in der Bauelektrik, von denen 16.270 rechnerisch nicht besetzt werden konnten. Das entspricht einer Stellenüberhangsquote von 75,6 %: Rund drei von vier offenen Stellen konnten nicht besetzt werden.

Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufe in der Bauelektrik in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 als Engpassberuf. Mit einem Gesamtwert von 2,7 von 3 Punkten gehören sie zu den zehn beschäftigungsstärksten Engpassberufen. Im Handwerk insgesamt dauerte die Besetzung einer Stelle 2024 im Schnitt 224 Tage, über alle Berufe hinweg 160 Tage.

Für Ihren Betrieb heißt das: Sie konkurrieren mit vielen anderen Betrieben um wenige Elektriker, und die meisten davon sind in Arbeit. Photovoltaik, Wallboxen und Wärmepumpen erhöhen die Nachfrage zusätzlich, denn gebraucht werden dafür dieselben Leute. Was eine Stelle kostet, die so lange unbesetzt bleibt, rechnet unser Ratgeber Vakanzkosten im Handwerk vor.

Wo Sie die Stellenanzeige veröffentlichen

KanalWen Sie erreichenAufwand
Eigene Karriere-SeiteAlle, die Ihren Betrieb schon kennen oder über Google findeneinmalig; Grundlage für alle anderen Kanäle
Jobbörse der Bundesagentur für ArbeitAktiv Suchende, auch Arbeitslosekostenlos
StellenportaleAktiv Suchendekostenpflichtig je Anzeige und Laufzeit
Google for JobsAktiv Suchende über die Google-Suchekostenlos, wenn die Anzeige auf Ihrer Website technisch richtig ausgezeichnet ist
Social-Media-AnzeigenAuch Fachkräfte in Arbeit, die nicht suchenWerbebudget und Betreuung

Die ersten vier Kanäle erreichen nur Menschen, die gerade selbst suchen. Bei einem Beruf, in dem drei von vier Stellen rechnerisch nicht besetzbar sind, ist das die kleinste Gruppe. Ohne eigene Karriere-Seite fehlt außerdem der Ort, an dem sich eine Fachkraft ein Bild von Ihrem Betrieb machen kann. Wie so eine Seite aussieht, zeigen unsere Karriere-Seiten.

Warum die Anzeige allein selten reicht und was stattdessen wirkt

Die beste Stellenanzeige bleibt wirkungslos, wenn sie nur dort steht, wo niemand sucht. Deshalb drehen wir den Weg um: Beim Social Recruiting kommt Ihre Anzeige zu den Elektrikern im Umkreis Ihres Betriebs, als Kurzvideo in Instagram und Facebook, auch zu denen, die nie eine Jobbörse öffnen würden. So gehen wir dabei vor:

  • Wechselmotive statt Floskeln: Wir klären mit Ihnen, warum ein Elektriker zu Ihnen wechseln sollte, und bauen die Anzeige darauf auf.
  • Echte Menschen: Ein Drehtag in Ihrem Betrieb liefert Kurzvideos mit Ihren Kollegen, die im Feed auffallen. Beispiele zeigt unsere Seite Foto & Video.
  • Kurzer Weg, geprüfte Bewerber: Interessierte bewerben sich in wenigen Klicks vom Handy aus. Wir prüfen jede Bewerbung vorab digital und telefonisch, Sie führen nur Gespräche mit passenden Kandidaten.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Fallstudie der Manstein Solution GmbH: Der Betrieb aus Dillingen gewann über eine Kampagne für Elektriker und Elektromeister in drei Wochen einen jungen Elektromeister und ist seitdem Meisterbetrieb. Was Social Recruiting kostet, steht offen in unserem Ratgeber Social-Recruiting-Kosten.

Checkliste vor dem Veröffentlichen

  • Titel mit der Berufsbezeichnung, die Elektriker selbst verwenden, dazu Ort und Arbeitszeitmodell
  • Gehalt als Rahmen in Euro
  • Konkrete Aufträge und Umkreis statt „abwechslungsreicher Tätigkeiten“
  • Arbeitszeit, Überstundenregel und Bereitschaft klar benannt
  • Fahrzeug, Werkzeug und Weiterbildung nur, wenn sie wirklich so gelten
  • Bewerbung ohne Anschreiben, per Telefon, WhatsApp oder Formular vom Handy
  • Ein Ansprechpartner mit Namen
  • Foto oder Video aus Ihrem Betrieb

Weitere Muster-Stellenanzeigen

Aufbau, allgemeine Vorlage und häufige Fehler: Stellenanzeige schreiben.

Häufige Fragen

Was gehört in eine Stellenanzeige für Elektriker?
Eine Stellenanzeige für Elektriker sollte in den ersten Zeilen die konkreten Aufträge und den Umkreis nennen, dazu das Gehalt als Rahmen in Euro, die Arbeitszeit mit Überstundenregel und Bereitschaftsdienst, Fahrzeug und Werkzeug sowie einen kurzen Bewerbungsweg ohne Anschreiben, zum Beispiel per Telefon, WhatsApp oder Formular vom Handy. Ein Ansprechpartner mit Namen und ein Foto oder Video aus dem Betrieb machen die Anzeige glaubwürdig.
Welches Gehalt sollte in einer Stellenanzeige für Elektriker stehen?
Zur Orientierung nennt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik ein mittleres Bruttoentgelt von 3.935 € im Monat bei Vollzeit (Datenstand 2025). Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.335 € und 4.738 €, im Saarland liegt der Median bei 3.968 €. Ein Gehaltsrahmen in diesem Bereich, abhängig von Erfahrung und Aufgaben, wird ernst genommen; eine Anzeige ohne Zahl wird oft überlesen.
Elektriker, Elektroniker oder Elektroinstallateur: Welche Bezeichnung gehört in den Titel?
Der heutige Ausbildungsberuf heißt Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik; er hat 2003 den Elektroinstallateur abgelöst. Viele Fachkräfte nennen sich im Alltag aber einfach Elektriker, und so wird auch gesucht. Bewährt hat sich die offizielle Bezeichnung im Titel und das Wort Elektriker im ersten Satz, damit sich beide Gruppen angesprochen fühlen.
Warum melden sich auf Stellenanzeigen für Elektriker so wenige Bewerber?
Weil es kaum freie Elektriker gibt. Laut KOFA am Institut der deutschen Wirtschaft blieben 2025 in der Bauelektrik im Jahresdurchschnitt 16.270 von 21.510 offenen Stellen rechnerisch unbesetzt, eine Stellenüberhangsquote von 75,6 %. Die meisten Elektriker sind in Arbeit und lesen keine Stellenbörsen. Eine Anzeige, die nur in Jobportalen steht, erreicht deshalb vor allem die kleine Gruppe der aktiv Suchenden.
Wie finde ich Elektriker, wenn die Stellenanzeige nicht reicht?
Wirksam ist, die Anzeige zu den Fachkräften zu bringen, statt auf Bewerbungen zu warten: mit Social-Recruiting-Kampagnen, die Elektrikern im Umkreis des Betriebs ein Kurzvideo aus dem Betrieb in Instagram und Facebook zeigen, mit einem Bewerbungsweg in wenigen Klicks vom Handy und einer Vorauswahl der Bewerber. So erreicht der Betrieb auch Elektriker, die gerade nicht suchen. Die Ewerle GmbH aus Riegelsberg setzt solche Kampagnen für Handwerksbetriebe um, zum Festpreis je Stelle und mit schriftlicher Einstellungs-Garantie.

Quellen

Wenn Ihre Anzeige für Elektriker ins Leere läuft

In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir auf Ihre offene Stelle und Ihren Standort: Wie viele Elektriker sind im Umkreis erreichbar, was müsste in Ihrer Anzeige stehen und ob eine Kampagne der richtige Weg ist. Wenn es nicht passt, sagen wir Ihnen das.