RATGEBER · STELLENANZEIGE SCHREIBEN

Stellenanzeige schreiben: Muster und Vorlagen für Handwerksberufe

Aufbau, Vorlage und häufige Fehler einer Stellenanzeige im Handwerk, dazu Muster-Stellenanzeigen für einzelne Berufe mit Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas.

Frank Ewerle mit verschränkten Armen in einer ProduktionshalleFrank EwerleGeschäftsführer der Ewerle GmbH, Betriebswirt BA

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Inhalt dieses Beitrags

Eine Stellenanzeige im Handwerk funktioniert, wenn eine Fachkraft in wenigen Sekunden erkennt, was sie bei Ihnen macht, was sie verdient, wann sie Feierabend hat und wie einfach die Bewerbung ist. Diese Seite zeigt den Aufbau, eine allgemeine Vorlage und die häufigsten Fehler. Für einzelne Berufe finden Sie eigene Muster mit Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas. Und weil Handwerksbetriebe laut Bundesagentur für Arbeit im Schnitt 224 Tage brauchen, um eine Stelle zu besetzen, gehört auch das dazu: wo die Anzeige erscheinen muss, damit sie überhaupt gelesen wird.

Muster-Stellenanzeigen je Beruf

Jede dieser Seiten enthält eine vollständige Vorlage zum Übernehmen, das mittlere Gehalt des Berufs laut Entgeltatlas und die Lage am Arbeitsmarkt:

So ist eine gute Stellenanzeige im Handwerk aufgebaut

1. Titel: die Berufsbezeichnung, die Fachkräfte selbst verwenden, dazu „(m/w/d)“, der Ort und das Arbeitszeitmodell. Kreative Titel wie „Held der Baustelle“ findet niemand, der nach seinem Beruf sucht.

2. Einstieg: ein oder zwei Sätze, die ein echtes Problem der Fachkraft ansprechen, zum Beispiel ständige Montage, unbezahlte Überstunden oder alte Maschinen, und zeigen, was bei Ihnen anders ist.

3. Aufgaben: drei bis fünf konkrete Tätigkeiten, keine „abwechslungsreichen Aufgaben in einem dynamischen Umfeld“.

4. Angebot: das Gehalt als Rahmen in Euro, Arbeitszeit und Überstundenregel, Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung. Nur, was wirklich gilt.

5. Anforderungen: so wenige wie möglich. Jede zusätzliche Pflichtangabe sortiert gute Leute aus, die sich nicht angesprochen fühlen.

6. Bewerbung: ein Ansprechpartner mit Namen und ein Weg, der vom Handy aus in zwei Minuten erledigt ist: Telefon, WhatsApp oder ein kurzes Formular, ohne Anschreiben.

Vorlage: Stellenanzeige für Gesellen im Handwerk

Die allgemeine Vorlage eignet sich für jedes Gewerk. Ersetzen Sie alles in eckigen Klammern. Für die Berufe oben finden Sie ausformulierte Muster.

[Beruf] (m/w/d) in [Ort] – Vollzeit

Du bist [Beruf] und hast genug von [dem, was dich heute stört]? Bei [Firmenname] in [Ort] arbeitest du in einem Team aus [Anzahl] Kollegen, [kurzer Satz, was euch ausmacht].

Das machst du bei uns

  • [Tätigkeit 1]
  • [Tätigkeit 2]
  • [Tätigkeit 3]

Das bekommst du

  • [X] bis [Y] € brutto im Monat, je nach Erfahrung
  • Arbeitszeit [Tage und Uhrzeiten]; Überstunden werden [bezahlt / ausgeglichen]
  • [Fahrzeug, Werkzeug, Arbeitskleidung]
  • [Weiterbildung, Zuschläge, Extras, die wirklich gelten]

Das bringst du mit

  • Abgeschlossene Ausbildung als [Beruf]
  • [Führerschein Klasse …, falls nötig]

So bewirbst du dich
Kein Anschreiben nötig. Ruf [Name] an unter [Telefon], schreib eine WhatsApp an [Nummer] oder bewirb dich in zwei Minuten über [Link].

Die häufigsten Fehler in Stellenanzeigen

  • Kein Gehalt: Eine Anzeige ohne Zahl wirkt, als gäbe es etwas zu verstecken, und wird oft übersprungen.
  • Floskeln statt Fakten: „Familiäres Betriebsklima“ und „leistungsgerechte Bezahlung“ schreibt jeder. Konkreter wird es mit Zahlen, Uhrzeiten und Namen.
  • Zu viele Anforderungen: Wer zehn Punkte verlangt, bekommt Bewerbungen von denen, die sich trauen, nicht von den besten.
  • Umständliche Bewerbung: Anschreiben, Zeugnisse, Lebenslauf per E-Mail sind für einen Gesellen nach Feierabend eine hohe Hürde.
  • Keine Gesichter: Ohne Foto oder Video aus dem Betrieb bleibt die Anzeige austauschbar.
  • Nicht geschlechtsneutral: Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf eine Stelle nicht nur für ein Geschlecht ausgeschrieben werden. Der Zusatz „(m/w/d)“ ist deshalb Standard.

Wo die Anzeige erscheinen muss

Jobbörsen, Stellenportale und Google for Jobs erreichen Menschen, die gerade selbst suchen. In Berufen mit Fachkräfteengpass ist das die kleinste Gruppe. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) zählte 2025 bundesweit im Durchschnitt über 369.500 offene Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte, die rechnerisch nicht besetzt werden konnten, weil passend qualifizierte Arbeitslose fehlten. Viele gute Fachkräfte sind in Arbeit und lesen keine Stellenbörsen.

Deshalb bringen wir die Anzeige zu ihnen: Beim Social Recruiting erscheint sie als Kurzvideo aus Ihrem Betrieb in Instagram und Facebook, bei Fachkräften im Umkreis, auch bei denen, die gerade nicht suchen. Die Bewerbung dauert wenige Klicks, jede Bewerbung prüfen wir vorab. Was das kostet, zeigt der Ratgeber Social-Recruiting-Kosten, was eine unbesetzte Stelle kostet, der Ratgeber Vakanzkosten im Handwerk. Ergebnisse aus echten Betrieben finden Sie in unseren Referenzen und Fallstudien.

Häufige Fragen

Wie schreibe ich eine gute Stellenanzeige im Handwerk?
Eine gute Stellenanzeige im Handwerk nennt im Titel die Berufsbezeichnung mit (m/w/d), Ort und Arbeitszeitmodell. Darauf folgen ein kurzer Einstieg, der ein echtes Problem der Fachkraft anspricht, drei bis fünf konkrete Aufgaben, das Gehalt als Rahmen in Euro, Arbeitszeit, Fahrzeug und Werkzeug, möglichst wenige Anforderungen und ein Bewerbungsweg ohne Anschreiben, zum Beispiel per Telefon oder WhatsApp. Ein Ansprechpartner mit Namen und ein Foto oder Video aus dem Betrieb machen die Anzeige glaubwürdig.
Muss in eine Stellenanzeige das Gehalt?
Ein Gehaltsrahmen in Euro macht eine Stellenanzeige deutlich wirksamer, weil Fachkräfte sonst weiterscrollen. Orientierung geben die Medianentgelte im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, die es für jeden Ausbildungsberuf gibt. Wer unter dem Median zahlt, sollte das mit anderen Punkten wie Arbeitszeit, Fahrzeug oder Weiterbildung ausgleichen und das offen sagen.
Warum steht in Stellenanzeigen (m/w/d)?
Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf ein Arbeitsplatz nicht so ausgeschrieben werden, dass er nur ein Geschlecht anspricht. Der Zusatz (m/w/d) für männlich, weiblich und divers hat sich deshalb als Standard durchgesetzt.
Wo sollte ich eine Stellenanzeige im Handwerk veröffentlichen?
Die Grundlage ist eine eigene Karriere-Seite, dazu kommen die kostenlose Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, Stellenportale und Google for Jobs. Diese Kanäle erreichen aber nur Menschen, die gerade aktiv suchen. Fachkräfte in Arbeit erreichen Betriebe über Social-Recruiting-Kampagnen, die die Anzeige als Kurzvideo in Instagram und Facebook im Umkreis des Betriebs ausspielen.
Gibt es Muster-Stellenanzeigen für einzelne Handwerksberufe?
Ja. Die Ewerle GmbH stellt Muster-Stellenanzeigen für Elektriker, Kfz-Mechatroniker, Zimmerer, Fliesenleger, Dachdecker und Baugeräteführer zum Übernehmen bereit, jeweils mit dem mittleren Gehalt des Berufs laut Entgeltatlas und der Lage am Arbeitsmarkt.

Wenn Ihre Stellenanzeigen ins Leere laufen

In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir auf Ihre offenen Stellen und Ihren Standort: was in Ihrer Anzeige stehen müsste, wie viele passende Fachkräfte im Umkreis erreichbar sind und ob eine Kampagne der richtige Weg ist. Wenn es nicht passt, sagen wir Ihnen das.